Musik, Rasende Reporterin

Leben, leben, leben! JETZT! Für Manne.

 

Als mir ein Musikerfreund gestern dieses Foto gemailt hat, musste ich lachen. Die Jam Session zum 16. Geburtstag des Jazzport Friedrichshafen. Boy oh Boy – das war keine Session, das war eine Kracher-PARTY die wir alle nicht erwartet hatten! War ich nicht auf der Bühne, so war ich davor und bin herumgehüpft wie ein tollwütiges Pipihenderl! Der Abend war Lebensfreude pur! Das zeigt dieses „Meuchelfoto“ wunderbar!

Wenn man in der Öffentlichkeit steht, wird man ganz schön heikel was Fotos und Videos anbelangt. Die Leute machen mit einem ja buchstäblich was sie wollen und finden absolut nichts dabei, über einen so richtig drüberzufahren. Man arbeitet hart für das was man tut, also will man sich auch bei diesen Dingen sicher sein, dass das Richtige „raus“ geht. Manche begreifen das überhaupt nicht, weder menschlich noch PR-technisch und man ist eigentlich „Freiwild“. Datenschutz oder Recht am Foto – das sind alles Dinge, von denen wir Musiker wissen, dass das für uns „eh nicht“ gilt. Und wenn man meint, man könne verlautbaren was einem dazu recht (Recht) wäre oder nicht – viel Spaß als Frau in einer Männerwelt. Ignoranz steht an der Tagesordnung und alle machen was sie wollen. Hurra!

Obiges Meuchelfoto allerdings… das veröffentliche ich heute ganz bewusst. Als digitale Eigenbluttherapie quasi.

Aber ganz besonders weil es mich an eines erinnert – an mein Gefühl das ich an diesem Abend hatte. Ich wollte das Leben jede Sekunde einfangen! Die Musik in jede Pore meines Seins lassen und keinen Ton an Lebensfreude verpassen!

Es war mir schnurzpiepegal, dass ich, aufgeblasen vom Cortison, meine Rundungen durch die Gegend getanzt habe wie eine Irre, jeder meine Speckfalten sehen konnte und ich, für schwäbische Verhältnisse, völlig ausser Rand und Band war.

Ich bin durch das Lokal gerannt und hab die Leute an den Händen vom Sessel hochgezogen. Und wow, waren die gut drauf! Die Kollegen auf der Bühne haben bombastisch musiziert und wir anderen sind rumgehüpft und die Gesichter der Menschen haben einfach gestrahlt. Big Family – das ist der Moment, wo nur mehr die Lebensfreude zählt.

Unsicherheiten, Kummer, Schmerzen, die größten Herausforderungen unseres Menschendaseins –  in dem Moment vergessen wir alles. Selbst Dinge die eigentlich gar nicht zu verkraften sind, verschwinden für einen kleinen Moment in der Ewigkeit.

Musik geniessen, Musik machen, Musik tanzen ist Lebensfreude und Energietankstelle! Liebe und Musik haben so einiges gemeinsam… 😉

Ein paar Stunden Pause von allem anderen, Himmel das sei uns allen gegönnt. Man kann ja nicht nur als braver Soldat fürs Finanzamt und das Hamsterrad dienen – wir vergessen zu oft aufs Leben! Die Freude im Herzen die da entsteht, die wirkt noch Tage hinterher.

Politiker, ab ins Rock´n Roll Boot Camp – ohne Musik kein Weltfrieden! Amen! Bussi Baba!


Diese Gedanken wollte ich hier gar nicht aufschreiben aber gestern ist der „langjährig-ste“ gute Freund meines Mannes verstorben. 59 Jahre jung – und sein schon länger krankes Herz hat einfach aufgehört zu schlagen.

Manfred, genannt „Manne“, hat meinen Axel über 40 Jahre lang gekannt. Die beiden waren immer für einander da und haben sich gegenseitig aus der Patsche geholfen wenn es notwendig war. Manne war für Axel da, wenn andere nicht da waren. Das hat er ihm tausend Mal vergolten. Die beiden konnten sich immer aufeinander verlassen. Manne war auch auf unserer Hochzeit in Wien damals.

Manne, unser liebes Rauhbein mit dem guten Herzen, Du wirst sehr, sehr, sehr vermisst werden! Wir sind so traurig, dass Du nicht mehr da bist!

Ein paar Sekunden und schon ist ein Leben vorbei. Wir haben alle nicht ewig Zeit – daher leben, leben, leben!

Mach heute etwas Schönes, sag jemandem dass du ihn lieb hast, sei gut zu dir selber, tu etwas für jemanden anderen, schenke ein Lächeln. Freu dich über Kleinigkeiten, sei dankbar für alles was ist.

Und immer schön Schmäh führen…. dann geht alles leichter!

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